Die Buran in Köln

Schon vorgestern machte das russische Raumschiff in Köln Station. Am späten Nachmittage traf die Buran OK-GLI, wie die genaue Bezeichnung ist, in der Domstadt ein. Tausende Schaulustige beobachteten die Fahrt über den Rhein von den Brücken und Ufern aus. Fast jeder mit Fotoapparat oder Videokamera bewaffnet.

Buran auf Lastschiff am Liegeplatz von vorne. Kölner Dom im Hintergrund. Besonders heikel war die enge Einfahrt in die Deutzer Werft, die kaum breiter als das Pontonschiff ist.

In die Deutzer Werft trieb es dann auch noch jede Menge Schaulustige und Interessierte. Am Ufer und auf dem Damm der die Werft vom Fluss trennt, positionierten sich Menschen alles Altersklassen, um die Raumfähre zu bestaunen und abzulichten.

Die große Fahrt …

Die Buran um die es hier geht, ist die Buran OK-GLI. Sie wurde im Jahr 2000 zu Anlass der „Olympischen Spiele“ in Sydney/Australien ausgestellt und später dann in Bahrain. Dort wurde sie eingemottet und gammelte vor sich hin. 2004 wurde sie dort „wiederentdeckt“ und Mitglieder des Fördervereins der Technik Museen Sinsheim und Speyer wurden darauf aufmerksam. Dank der Unterstützung der Vereinsmitglieder war es möglich, die Buran zu erwerben.

Anfang März 2008 ging die Buran dann auf große Fahrt, von Bahrain durch die Meere bis Rotterdam, und dann den Rhein rauf bis nach Speyer. Auf dem Rhein sorgt sie dann überall für Aufregung bis hin zum Verkehrschaos. Auch in Köln waren die Zubringerstraßen und die Rheinuferstraße selber verstopft. Zeitweise regelten Polizisten den Verkehrsstrom. Auf der Zoobrücke kam es sogar zu mindestens einem Unfall, wegen der Attraktion auf dem Rhein.

In guter Gesellschaft …

… befindet sich die Buran OK-GLI, was die Abenteuerlichkeit ihrer Geschichte angeht. Viele ihrer Kolleginnen landeten in Vergnügungsparks, auf Kinderspielplätzen, oder wurden zu Imbissbuden umgebaut. Ein Exemplar wurde zerstört, als die Produktionshalle in der sie stand, aus ungeklärter Ursache zusammenbrach.

Von allen gebauten Burans, verließ nur eine jemals die Atmosphäre. Bei dem unbemannten Jungfernflug legte sie zwei Erdumrundungen zurück und wurde wieder sicher gelandet. Beim Wiedereintritt in die Atmosphäre wurden aber etliche Schäden verursacht. Der Hitzeschild war an mehreren Stellen beschädigt und am hinteren Rumpf waren Brandspuren zu sehen.

Alle anderen Exemplare dienten lediglich Testzwecken. Einen sinnvoller Einsatz wurde nie mit einer Buran geflogen. Die Finanzierung des Buranprojekts, wurde durch Gorbatschow in den 1980er Jahren eingestellt.

Für das Technik Museum Speyer ist es natürlich eine weitere Superattraktion und ein Riesenerfolg, dass sie die anscheinend „Letzte Überlebende“ ihrer Art sichern konnten.

Herzlichen Glückwunsch!

(ixiter)

2 Kommentare

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  1. 13. April 2008 (01:27) | Permalink
    1

    Ist die Ähnlichkeit mit den amerikanischen Space Shuttles Zufall oder geplant gewesen. Das Hitzekacheln-Problem ist auf jeden Fall bei beiden vorhanden… ;)

    AntwortenAntworten
  2. 14. April 2008 (02:01) | Permalink
    2

    Zur Ergänzung möchte ich noch erwähnen, dass das durch den Halleneinsturz zerstörte Buran-Exemplar in der Tat jenes war, welches zuvor ins Weltall geflogen ist.
    @deNsco
    Die Ähnlichkeit mit dem amerikanischen Space Shuttle rührt ganz einfach daher, dass die Russen die Konstruktionspläne der Amerikaner ausspioniert hatten.
    Siehe: http://www.msnbc.msn.com/id/18686090/

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