Chrome – der Google Browser

Google Chrome LogoVöllig überraschend hat Google einen Webbrowser auf den Markt geworfen. Mit Google Chrome soll dem Benutzer ein Webbrowser geliefert werden, der alle guten Eigenschaften der bereits bestehenden Browser vereint. Zusätzlich wurde noch neue Features hinzugefügt, die es so noch bei keinem Browser gibt. Bisher ist allerdings ausschließlich eine Version für Windows XP und Vista Systeme erhältlich. Versionen für Linux und Apple sollen aber bald folgen.

Google Chrome basiert auf dem AppleWebKit, der Gecko Engine und anderen freien Entwicklungen. Sozusagen also eine Mischung aus Apple Safari und Mozilla Firefox. Chrome wurde dementsprechend selber auch als Open Source Software veröffentlicht. Die Open Source Variante des Browsers bietet Google unter dem Namen „Chromium“ an. Den Quellcode sowie alle Infos rund um die Entwicklung und die Entwickler findet man auf Googles Chromium Seiten. Sogar die neue V8 der JavaScript Virtual Machine ist Open Source und im Paket enthalten.

Die Installation von Chrome ist denkbar einfach. Installer runterladen und starten. Dieser lädt dann zuerst alle Installationsdateien aus dem Netz und beginnt dann mit der Installation. Es folgt das übliche Prozedere mit Lizenzzustimmung usw. Am Ende hat man die Möglichkeit, Einstellungen und Lesezeichen des Standardbrowsers zu importieren. Bei meinem gut gefüllten Firefox dauerte das ca. eine Minute. Es wurden außer den Lesezeichen auch die gespeicherten Passwörter automatisch importiert.

Als Startseite wird mit der Standardeinstellung eine Seite angezeigt, die 9 Screenshot-Thumbnails der am häufigsten besuchten Seiten sowie ein Menü der zuletzt hinzugefügten Lesezeichen enthält. Ebenso wird eine Suchmaske zur Durchsuchung des gesamten Verlaufs angeboten. Will man verhindern, dass eine seite hier auftaucht, bietet Chrome einen Inkognito Modus an, in dem man diese Seiten aufrufen sollte.

Gibt man in die Adressleiste einen Begriff ein, wird neben URLs die diesen Begriff enthalten auch die Google Suchmaschine vorgeschlagen, um nach dem Begriff zu suchen.

Das Tabbed Browsing wurde bei Chrome noch erweitert. Man kann Tabs einfach per Drag&Drop aus einem Fenster auslösen oder von einem ins andere Fenster verschieben.Zudem verwaltet Google die einzelnen Tabs als separate Tasks, die man im Chrome eigenen Taskmanager verwalten kann. Stürzt tatsächlich mal ein Tab/Webapplikation ab, so kann man das Tab bequem über den Taskmanager beenden. Andere Tabs bleiben von dem Absturz unberührt und man kann in ihnen normal weiterarbeiten.

Einen Downloadmanager wie bei anderen Browsern gibt es nicht. Stattdessen wird der Downloadstatus unterhalb des aktuellen Fensters angezeigt.

Die weiteren Features sind nicht mehr so neu und schon bei Firefox und anderen Browsern mit kontinuierlicher Entwicklung und Updates, bereits enthalten.

Im Betrieb fällt als erstes auf, dass Chrome ausgesprochen schnell startet. Auch Seiten werden sehr zügig angezeigt. Javascript wird unglaublich schnell ausgeführt. Ohne das Installieren von Plugins werden Flash und PDF Inhalte fehlerfrei angezeigt. Vermisst wird eine Anzeige von RSS- oder Atom-Feeds, wie sie inzwischen besonders bei Blogs und Foren üblich sind. Öffnet man ein Feed, bietet Chrome nicht einmal an, diese XML Datei mit einem externen Tool anzeigen zu lassen. Stattdessen gibt es den Textanteil des Feeds im Klartext aus. Nicht einmal Zeilenumbrüche werden dabei berücksichtigt. Als Feedreader scheidet Chrome damit aus. Ein eindeutiger Minuspunkt. Mindestens eine strukturierte Darstellung des XML Quelltextes sollte drin sein.

Im Installationsverzeichnis findet sich zwar ein Plugin-Ordner, der „Google Gears“ enthält, eine Beschreibung der Plugin Schnittstelle oder sogar weitere Plugins konnte ich bisher aber nicht finden.

Insgesamt stellt Google Chrome für den „Normalanwender“ eine gute Alternative dar. Es ist ein sehr schneller Browser, der alle Inhalte fehlerfrei anzeigt. Wer es aber flexibel und erweiterbar braucht, ist nach wie vor mit Firefox besser versorgt. Gerade die (bisher noch) mangelnde Pluginschnittstelle, machen es dem Firefox verwöhnten Anwender schwer zu wechseln. Für Benutzer des Internet Explodierers ist Chrome aber bestimmt jetzt schon die bessere Alternative. Die Open Source Entwicklung wird auch bei Chrome dafür sorgen, dass eventuelle Sicherheitslücken oder Programmierfehler zeitnah behoben werden. Ausprobieren sollte den neuen Browser wirklich jeder einmal. Das ein oder andere Aha Erlebnis ist sicher. Und man  wird feststellen, dass Webbrowsing auch ein wenig anders gemacht werden kann.

(ix)

5 Kommentare

Schreibe einen Kommentar»
  1. 4. September 2008 (14:34) | Permalink
    1

    mag ja sein das er ganz nett ist…aber was ich heute morgen in der Zeitung gelesen habe, schreckt mich schon vor der Installation.
    Der Browser soll „nach Hause telefonieren“, sogar Google bestätigt das selbst. Natürlich das alles nur um die Suche zu verbessern. Aber das überhaupt Daten ohne Einwilligung (gut…einmal bei der Installation wird man wohl draufhingewiesen) im Hintergrund verschickt werden, spricht nicht gerade für den Browser…

    P.S.: Vielleicht nen paar weniger Rechtschreibfehler?^^

    AntwortenAntworten
  2. ixiter
    4. September 2008 (15:01) | Permalink
    2

    Och, Rechtschreibfehler machen das ganze doch erst spannend. :D
    Ich hab (hoffentlich) alles korrigiert.

    Wirklich ärgerlich ist, dass der Browser eine eindeutige ID bei der Installation erhält. Aber es ist ja nur eine Frage der Zeit, bis sich andere Programmierteams des Browsers annehmen und eigene Zweige entwickeln, die diesen Unsinn wieder entfernen.
    Wen man das „nach hause telefonieren“ so anklagt, sollte man auch immer erwähnen dass man das ausschalten kann!
    Unter Optionen->Grundeinstellungen->Standardsuche->Verwalten den Haken bei „Automatische Vorschläge …“ entfernen, und schon sendet Chrome die Eingaben nicht mehr an Google.

    AntwortenAntworten
  3. 4. September 2008 (16:10) | Permalink
    3

    Naja ich denke der Ottonormaluser wird das nicht machen, zu mal es noch andere Problempunkte gibt, ich verweis hier einfach mal an netzpolitik.org: http://netzpolitik.org/2008/es-ist-nicht-alles-chrome-was-glaenzt/
    Ansonsten findet man auch bei geek.com oder arstechnica.com entsprechendes dazu. Für mich nichts, was ich ausprobieren werde, zumindest nicht, solang diese Zustände noch existent sind.

    AntwortenAntworten
  4. 4. September 2008 (17:20) | Permalink
    4

    Hm, du schreibst, dass der Browser als Open-Source veröffentlicht wurde. Google verbietet aber dekompilieren, erstellen von Derivaten und ähnliches.
    Soweit ich weiß, heißt der Browser von Google, der unter Open-Source veröffentlicht wurde, Chromium. Es ist quasi der gleiche, nur halt ohne die Einschränkungen von Google.

    Anscheinend wollten sie es nicht anders.

    Es kann natürlich sein, dass ich absoluten Mist geschrieben hab, ich hab den Browser nicht ausprobiert und mich eigentlich auch nicht so richtig dafür interessiert…

    AntwortenAntworten
  5. ixiter
    4. September 2008 (17:23) | Permalink
    5

    Danke für den Hinweis. Ich habe das korrigiert.

    AntwortenAntworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail wird niemals veröffentlicht. Erforderliche Felder sind als * markiert.

*
*