LED Lenser M1 – Testbericht

[Trigami-Review]

Zweibrüder Optoelectronics stellt seit 1994 hochwertige LED Taschenlampen her. Nicht zuletzt durch Erfindungen und Patente, die in der firmeneigenen Forschungsabteilung entwickelt wurden, avancierte das Unternehmen zum Weltführer im LED-Metalllampenbereich. In diesem Test geht es um die neueste Generation der LED Lenser. Genauer – Es geht um das Flagschiff der M-Serie, die LED Lenser M1.

Verpackung und Lieferumfang

Lieferung in edler Verpackung

Lieferung in edler Verpackung

Die LED Lenser M1 wurde mir in einer edlen schwarzen Kartonage mit Ledermaserung-Look zugeschickt. Ein Sichtfenster gibt den Blick auf den Inhalt frei. Die Lampe selber, sowie die zum Lieferumfang gehörende 3 Volt Lithium Batterie sind in eine samtene Kunststoffform gebettet. Unter der Form findet man noch ein robustes Gürtelholster, dass mit Klett- und Druckknopfverschluss für den Outdoor Einsatz bestens geeignet ist. Zusätzlich noch eine Handschlaufe, die ohne Fummelei an der Lampe befestigt werden kann. Eine leicht verständliche Bedienungsanleitung sowie eine Kurzanleitung im Smartcard Format, welche die verschiedenen Schaltmodi beschreibt, finden sich ebenfalls in der Verpackung. Insgesamt macht die Verpackung einen dem Inhalt angemessenen edlen Eindruck.

Zusammenbau, erster Funktionstest

Die Batterie ist schnell eingesetzt, indem man die Verschlusskappe am Schaftende der Lampe abschraubt. Hier werden auch die vergoldeten Kontakte sichtbar, die den Stromkreis der Batterie zur Lampenelektronik herstellen. Der Druckschalter in der Verschlusskappe, den man am besten mit dem Daumen bedient, hat einen eindeutigen Druckpunkt, wodurch die verschiedenen Schaltmodi leicht zu definieren sind. Nach dem Einschalten muss man kurz umgreifen, um durch hin- und herschieben des Lampenkopfes den Lichtstrahl zu fokussieren. Die Lampe ist einfach mit einer Hand zu bedienen. Das Gewicht mit knapp 77 Gramm liegt leicht in der Hand und stört so nicht beim Umgreifen und Arbeiten mit der Lampe.

Schaltmodi, Lichtstärke, technische Besonderheit

Es gibt insgesamt 3 Schaltmodi, die alle durch Tast- und Schaltkombinationen eines einzigen Schalters erreicht werden können.

  1. Einfaches Einschalten der Lampe erzeugt einen Lichtstrom von 155 Lumen
  2. Einmal Tasten, dann Einschalten erzeugt stromsparende und im Nahbereich angenehmere 60 Lumen
  3. Zweimal Tasten , dann Einschalten erzeugt einen Stroboskopeffekt

Nach ca. 3-5 Minuten schaltet die LED Lenser M1 selbstständig in den Sparmodus. Die volle Lichtleistung kann man aber jederzeit durch einfaches Ein- und Ausschalten wieder herstellen.

Wirklich überzeugend ist das Advanced Focus System der LED Lenser M1.
Grundsätzlich bieten sich zwei Verfahren zur Bündelung von Licht. Galilei Galileo entdeckte Glaslinsen für diesen Zweck. Isaac Newton verwendete ca. 60 Jahre später den Hohlspiegel um Licht zu bündeln. Danach hat sich erst einmal 350 Jahre lang nichts getan. Beide Verfahren haben ihre Nachteile in Form von Streulichtverlusten. Zweibrüder Optoelectronics erfand die Reflektorlinse, eine Kombination aus Reflektor und Linse. Die Streulichtverluste werden damit auf ein Minimum reduziert. Den sonst von Taschenlampen gewohnten Effekt des „toten Lochs“ in der Mitte des Farbkegels, stellt man bei einer LED Lenser M1 nicht fest. Im Gegenteil. Die Lichtausbeute beim fokussieren wird durch das Advanced Focus System optimiert. Dadurch wird eine an allen Stellen des Lichtkegels weitgehend gleiche Lichtmenge erzeugt. Ein wirkliches Novum bei Taschenlampen.

Praktische Anwendung

Tunnelblick - Klick -> Großansicht

Tunnelblick – Klick -> Großansicht

Der Hochleistungsmodus mit 155 Lumen dient zum Erhellen und Ausleuchten großer und/oder entfernter Objekte. Ich habe diesen Modus bei der Nachtfotografie eingesetzt und schöne Effekte erzielt. Der „Tunnelview“ gefällt mir sehr gut.

Sternbild Orion - Klick->Großansicht

Sternbild Orion – Klick->Großansicht

Bei der Fotografie des Sternenhimmels benötigt man ohnehin immer lange Belichtungszeiten. Will man nahe Objekte wie Bäume oder Landschaft erkennbar im Bild haben, muss man entweder noch länger belichten oder eben diese Objekte irgendwie aufhellen. Hier tat die LED Lenser M1 nachts im Park sehr gute Arbeit.

Geocaching ist ein immer beliebter werdendes Hobby. Nicht nur bei Nachtcaches braucht der Geocacher eine Lampe. Auch ansonsten muss er mal schwer einsehbare dunkle Ecken ausleuchten. Da ist das Leichtgewicht LED Lenser M1 optimal. Sie ist klein, handlich und erhöht das Gewicht der Ausrüstung kaum. Gleiches gilt natürlich für alle Anwedungen im Outdoor Bereich. Auch Wanderer oder Bergsteiger wissen leichtes Equipment immer zu schätzen.

Die Farbtemperatur der LED Lenser M1 liegt mit geschätzten 7000 – 9000 Kelvin im Tageslichtbereich. Das ist gerade in der Fotografie sehr entgegenkommend. Für Menschen ist diese Farbtemperatur auch sehr angenehm und augenfreundlich. Es wirkt heller als Kunstlicht, das durch Glühbirnen erzeugt wird.

Bühnenarbeiter bei Theater, Film und TV verwenden oft Glühbirnenlampen. Diese gibt es zwar auch in kleinen und handlichen Bauweisen, sie haben gegenüber der LED Lenser M1 allerdings gravierende Nachteile in Lichtausbeute und Farbtemperatur. Man erkennt damit einfach weniger als mit einer LED Lenser M1.

Der Sparmodus verbraucht natürlich weniger Strom, und erzeugt weniger starkes Licht, das beim Lesen oder Arbeiten im Nahbereich wesentlich angenehmer ist, da man sich dadurch nicht selber blendet, bzw. die Augen überreizt. Auch beim Arbeiten als Handwerker, oder z.B. bei Passkontrollen im Sicherheitsbereich (Polizei, Konzerteinlass usw.), wird man diesen Modus nicht vermissen wollen.

Der Stroboskobeffekt soll zur Selbstverteidigung dienen, indem ein Angreifer geblendet und dadurch verwirrt wird. Dieser Effekt erzielt bestimmt seine Wirkung. Ob man aber in der Gefahrensituation tatsächlich die komplizierteste der Schaltfolgen konzentriert ausführen kann, halte ich für fraglich. Mit Sicherheit ein gut gemeintes und hilfreiches Feature, aber wahrscheinlich wenig praktikabel.

Stabilität und Lebensdauer

Die LED Lenser M1 ist mit einer hochwertigen CREE LED ausgestattet. Diese LEDs zeichnen sich durch besondere Reinheit der Halbleiterkristalle aus, was zu einer optimalen Lichtausbeute bei geringstem Stromverbrauch führt. Die Lebensdauer einer solchen LED wird mit 100.000 Stunden angegeben.

Betrieben wird die LED Lenser M1 mit einer 3 Volt Lithium Batterie. Diese Batterien können zwar teurer als handelsübliche Alkaline Batterien sein, haben aber weit höhere Lebensdauer und besseres Hochstromverhalten. Gerade für die leistungsstarke LED Lenser M1 ist gutes Hochstromverhalten und lange Lebensdauer der Batterie unabdinglich. Mit nur einer Batterie kann man die Taschenlampe 3 Stunden mit voller Leistung betreiben. Für den Sparmodus reicht die Batterie sogar für 6,5 Stunden Dauerbetrieb. Wenn man bedenkt, dass eine Taschenlampe im Schnitt nur 3-5 Minuten dauerhaft verwendet wird, hält eine Batterie also einige Wochen bis Monate.

Das Gehäuse ist sehr robust aus Metall gefertigt. Zudem ist es wasserdicht. Ein Fall aus ca. 4 Metern auf den Steinboden meiner Terrasse zeigte keine sichtbaren Beschädigungen. Auch in einem 20 Liter Eimer voll mit Wasser hat die Lampe weiter geleuchtet.

Gesamturteil

Ich bin von der LED Lenser M1 vollauf begeistert. Sie hat mich durch ausgiebige Tests überzeugt. Einziges Manko war für mich der unhandlich zu erreichende Stroboskopmodus zur Selbstverteidigung. Ansonsten gibt es aber nichts zu bemängeln. Die Lichtleistung ist hervorragend und wird mir helfen, in der Nachtfotografie teures und schweres Equipment zu sparen. Als Geocacher werde ich sie auch in Zukunft immer mit mir tragen.

In Anbetracht der Robustheit, der Lichtausbeute und des Advanced Focus Systems, ist die LED Lenser M1 den vermeintlich hohen UVP von €69,00 bestimmt wert. Es ist aber ohnehin zu erwarten, dass sie auch preiswerter angeboten wird. Das U in UVP ist die entscheidende Vokabel. ;)

Wer mehr zur LED Lenser Lampen erfahren möchte, kann dies in der LED Lenser Community tun. Ein Forum, das speziell für die Anwender der LED Lenser eingerichtet wurde. Hier erhält man immer neueste Infos, kann Fragen stellen und selber seine Meinung äußern.

(ix)

2 Trackbacks

  1. Von Vorstellung LED Lenser M1 am 1. September 2009 um 22:44
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    […] Pytalsuche […]

  2. 2

    […] Schon von den M1 und M5 LED Lenser Taschenlampen war ich mehr als begeistert. Mit der M7R kommt nun der neueste Clou der M-Serie aus […]

Ein Kommentar

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  1. 28. September 2009 (14:14) | Permalink
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    „Ein Fall aus ca. 4 Metern auf den Steinboden […] in einem 20 Liter Eimer voll mit Wasser […]“ – wtf. Und das machst du einfach mal so aus Spaß? Oo

    Ich habe bis vor einigen Monaten auch einige LED-Lenser (Hokus-Fokus, P7) gehabt, bin nun aber auf die Fenix LD20 umgestiegen – was sich meiner Meinung nach absolut gelohnt hat. Zwar vermisse ich etwas die gelungene Fokussierung, aber die Spannungsstabilisierung und die Verwendbarkeit von AA-Akkus/Batterien waren ein sehr gutes Argument. Die Reichweite ist durch den hellen Spot auch absolut ok.

    „Wenn man bedenkt, dass eine Taschenlampe im Schnitt nur 3-5 Minuten dauerhaft verwendet wird, hält eine Batterie also einige Wochen bis Monate.“ – Gerade in der dunklen Jahreszeit kommen meine Taschenlampen schon mal auf eine Betriebszeit von etwa 10-20h pro Woche. Spätestens bei einem etwas anspruchsvolleren Nachtcache wirst du wohl 3-5h auf voller Leistung benötigen. AA-Zellen sind da einfach günstiger und man hat sie eh immer dabei (GPS-Ersatzakkus).

    Aber ich wünsche dir trotzdem viel Spaß mit deiner Lampe ;-)

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